Das eigene Buch

Die wenigsten Senioren setzen sich heutzutage in ihren Lehnstuhl und warten passiv ab, bis sich das Leben verabschiedet. Ganz im Gegenteil bedeutet für die meisten der Abschied vom Erwerbsleben gleichzeitig den Eintritt in einen neuen aktiven Lebensabschnitt.

Dabei steht ehrenamtliches Engagement in seiner ganzen Vielfalt an oberster Stelle, aber auch die Verwirklichung von Träumen und Ideen, für die bislang zu wenig Zeit blieb.
Fragt man Senioren nach ihren bislang unverwirklichten Träumen, so antworten viele: „Ich wollte schon immer mal ein Buch schreiben.“

Bis vor wenigen Jahren war dies kaum zu verwirklichen, denn es gab nur zwei Möglichkeiten:

  • Entweder einen Verlag zu finden, der von dem Buchkonzept und der Qualität des Neuautoren überzeugt und bereit war, sich wirtschaftlich zu engagieren.
  • Oder aber das Manuskript durch eine Druckerei auf eigene Kosten in Buchform und eine mehr oder minder hohe Auflage herstellen zu lassen.

Ersteres gelang nur selten, zweiteres war mit so hohen Kosten verbunden, die nur wenige investieren wollten oder konnten.

Heute ist der Traum vom eigenen Buch ungleich einfacher zu verwirklichen. Jedermann kann mit einigen Klicks ein E-Book erstellen und nach Bedarf drucken lassen. Das ist für die Autoren eine feine Sache, für die Leser allerdings ergibt sich das Problem, die Spreu vom Weizen trennen zu müssen. Diese Art der Qualitätskontrolle, die die Verlage mit der Annahme oder Ablehnung von Autoren und der Überarbeitung der Texte mittels Lektorat und Korrektorat übernehmen, fällt bei den „Selfpublishern“ weg. Es kann dem Leser durchaus passieren, ein Buch zu bekommen, das nicht einmal durch ein Rechtsschreibkorrekturprogramm gejagt wurde oder sogar logische Inhaltsfehler aufweist.

Aber es gibt auch eine ganze Reihe von positiven Ausnahmen, auch und vor allem bei den älteren Schreiberlingen. So gerät die Buchsuche heute zu einem echten Perlentauchen.

Einige Schreiberlinge jenseits der 50, die uns aufgefallen sind, möchten wir hier vorstellen.

Den Anfang macht Fred Lang, Jahrgang 1938.

Lang schreibt schon seit vielen Jahren Gedichte und Geschichten. Seine oft erotischen oder einfach „schrägen“ Texte präsentiert er mit einem Augenzwinkern. Er hat drei Bücher veröffentlicht und ist mit einigen Beiträgen in Anthologien und Schulbüchern vertreten. Zwei Hörbücher, ein Kurzfilm auf Video-CD, sowie diverse Veröffentlichungen auf Literaturseiten im Internet kommen hinzu.

Fred Lang war auch Initiator des leider 2015 eingestellten Projektes „Buch auf Reisen – die etwas andere Art von Bookcrossing“, einer Internetplattform für Autorinnen und Autoren, die sich zusätzliche Resonanz auf ihre Werke wünschen.

Auch ansonsten ist Fred Lang im Internet aktiv vertreten und widerlegt ein weiteres Vorurteil, wonach ältere Menschen das Internet ablehnten oder sich seiner Möglichkeiten nicht bewusst wären. Lang unterhält eine eigene Domain, bloggt und betreibt ein Diskussionsforum.

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