Die Alten 3.0: Die Technik nutzen

gekürzter Abschnitt aus: Die Alten 3.0 von Roswitha Casimir und Roger Harrison

Wir haben eine Vision:

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein begeisterter Computernutzer. Sie könnten sich bequem – und nicht teurer als im nächsten Supermarkt – alle benötigten Lebensmittel, aber auch fast alle anderen Güter des täglichen Lebens am Bildschirm aussuchen, mit einem Klick bezahlen und innerhalb weniger Stunden kostenlos liefern lassen. Das ist nicht einmal eine Vision, es gibt schon länger kaum etwas, das man nicht im Internet erwerben könnte. Mittlerweile sind selbst die bekannten Supermarktketten zunehmend im Internet vertreten, die mit den reinen Internetanbietern konkurrieren und so für Bewegung in der Preisgestaltung sorgen. Bei der Auswahl bleiben kaum Wünsche offen, teilweise führen die Anbieter satte 30.000 Artikel und mehr in ihrem Sortiment. Lediglich die Versorgung mit Obst, Gemüse, Frischwurst und Fleisch lässt teilweise noch zu wünschen übrig oder ist noch zu teuer. Bestimmt indes nur eine Frage der Zeit. Genauso wie es nur eine Frage der Zeit sein wird, dass auch kleinere örtliche Anbieter mit Online-Shops vertreten sind, man also auch im Internet regional kaufen kann.

Damit müssen Sie als »Computerfreak« für Einkäufe das Haus nicht mehr verlassen. Einen Einkaufsbummel können Sie natürlich trotzdem unternehmen, wenn sich eine Möglichkeit bietet. Sie wären nur nicht mehr gezwungen, ihre Einkäufe nach Hause zu tragen oder jemanden zu finden, der sie begleitet beziehungsweise Ihre dringenden Besorgungen erledigt.

Ihre eventuellen Mobilitätsprobleme wären freilich nicht gelöst, sie würden sich mit Recht allein in Ihrer Wohnung und vielleicht einsam fühlen, wenn Ihnen nichts mehr bliebe, als ein wenig Hausarbeit und das langweilige Fernsehprogramm. Doch dann könnten Sie mit Ihrer Familie, Ihren Freunden und Bekannten über Skype und Videotelefonie Kontakt halten, gleichgültig wo sie wohnen, und das sogar kostenlos. Weitere Kontakte würden Sie über die sozialen Netzwerke pflegen, wo Sie sich entweder mit vielen Menschen gemeinsam, in Gruppen oder zu zweit »unterhalten« –  sehr gern auch mit uns156, wenn Sie möchten –, sich gegenseitig unterstützen, über Gott und die Welt diskutieren oder in spezialisierten Gruppen gemeinsam einem Hobby nachgehen.

Nein, auch das ist keine Vision, Millionen von Menschen tun genau das, teilweise schon seit vielen Jahren. Doch was ist nun unsere Vision? Dass Sie nicht den Kopf schütteln und abwinken, sondern sich von uns dafür begeistern lassen.

Im Internet läuft doch alles schriftlich ab, werden Sie vielleicht einwenden. Und Sie können nicht gut tippen oder es macht Ihnen keinen Spaß? Kein Problem. Fragen Sie den Computerhändler Ihres Vertrauens (oder Ihren Enkel) nach einer Spracherkennungssoftware. Sie werden begeistert sein, was mittlerweile technisch alles möglich ist. So wie es beispielsweise möglich ist, Ihren schönen großen neuen Fernseher an Ihren Rechner anzuschließen. Damit ist es vorbei mit dem kleinen Laptop-Bildschirm, und die frei einstellbare Schriftgröße würde Ihnen im Fall einer Sehbehinderung besonders entgegen kommen.

Bis das alles installiert ist und Sie eingearbeitet sind, können Sie Internetradio hören – garantiert Ihren Lieblingssender und dazu 30.000 weitere aus der ganzen Welt. Überhaupt raten wir Ihnen, einen Kurs zur Vermittlung von Internet-Grundlagen zu belegen, der von zahlreichen Organisatoren und natürlich den Volkshochschulen angeboten wird und oft sogar kostenlos ist. Danach kommen Sie noch auf viele weitere Ideen. Beispielsweise, sich einmal in den zahllosen Mediatheken umzusehen, die Radio- und Fernsehsendungen, Livestream, Audio und Video anbieten. Ganz zu schweigen von den Videoportalen, natürlich nur den seriösen und legalen, die Video-Clips zu allen möglichen Themen bereitstellen. Also nicht nur selbstgedrehte Videos, die ähnlich interessant sind, wie früher die todlangweiligen, nicht enden wollenden Dia-Abende der Schwiegereltern. Nein, in den Video-Portalen finden Sie zuhauf wissenschaftliche Vorlesungen, Strick-, Näh-, Koch- oder Gebrauchsanleitungen und natürlich auch Blödeleien – also wiederum nahezu alles, was man sich nur vorstellen kann.

Sie hätten aber eher Lust auf Entspannung bei einem Spiel, doch weit und breit sind keine Spielpartner vorhanden? Ihre Freunde wollten schon so lange zu einem Spielabend vorbeikommen, doch irgendwie klappt es nie. Im Internet finden Sie zu jeder Tages- und Nachtzeit innerhalb von Sekunden Spielpartner für Schach, Rommé, Bridge oder Canasta genauso wie für Mensch-ärgere-dich-nicht, Schach oder Backgammon. Daneben können Sie unzählige Spiele alleine spielen, Sudoku, Puzzles, Denkspiele, Gehirntraining.

Versuchen Sie ruhig einmal eines der verpönten Ballerspiele und Ego-Shooter. Denn, nein, es schadet Ihnen nicht, Sie werden davon nicht aggressiver, höchstens gelangweilt. Aber Sie können künftig auf diesem Gebiet mitreden, sowohl mit Ihren Enkeln als auch Ihren Kindern, was sicher nicht zu unterschätzen ist.

Dem Spielen und dem Chatten müde geworden, würden Sie nun gern ein wenig in der Tageszeitung blättern, die Nachrichten sehen oder ein wenig lesen? Vielleicht die Tagesschau von letzter Stunde und die vielversprechende Biografie, die neulich angekündigt wurde. Bitte sehr: Nachrichten finden Sie in der Mediathek des gewünschten Senders, elektronische Bücher gibt es sowohl kostenlos als auch gegen Gebühr (die geringer ist als der Erwerb eines Papierexemplars), praktisch jede Tageszeitung ist online. Wobei für das reine Lesen ein eBook-Reader oder ein Tablet auf Dauer geeigneter wäre als ein PC oder Laptop. Sie als mittlerweile ausgesprochener Computerfreak stört das nicht, Sie werden die Sachlage wieder mit Ihrem Enkel diskutieren und feststellen, dass Ihre Familie sich freut, wenn sie Ihnen statt Socken, Nachwäsche oder einer Wärmedecke mal etwas »Vernünftiges« schenken kann.

Der Vielfalt im Internet sind kaum Grenzen gesetzt sind. Wir Autoren sind seit Jahrzehnten überzeugte Nutzer, beruflich und privat – und entdecken trotzdem immer wieder Neues. Wir werben voller Überzeugung dafür, dass Sie sich diese Ressource erschließen und Ihren eigenen Bedürfnissen entsprechend nutzen. Um die Lebensqualität auf dem Land weiter zu verbessern, gibt ein zügiger Ausbau der Breitbandverbindungen jedem eine Chance. Und auch dies ist nur eine Frage der Zeit.

Das Internet ist selbstverständlich nicht die Lösung aller Fragen zu Lebensqualität und Lebenszufriedenheit, es könnte jedoch allemal ein kleiner oder größerer Baustein auch für Sie sein. Wann also »sehen« wir uns online?

Mit freundlicher Genehmigung von

Roswitha Casimir und Roger Harrison: Die Alten 3.0, ISBN 978-3-7392-2030-7.   Weitere Informationen unter http://die-alten.jimdo.com/

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