Partizipative Bürgergesellschaft

Partizipative Bürgergesellschaft

Immer mehr Menschen mit einer langen beruflichen Erfahrung und vielfältigen Kompetenzen sind nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben daran interessiert, ihr Wissen der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Dass es unter den Senioren ein hohes fachliches und persönliches Potenzial gibt, dürfte unbestritten sein. Es ist einerseits für die Gesellschaft wichtig, diese vielfältigen Wissensbestände und Erfahrungen im Rahmen eines kompetenten bürgerschaftlichen Engagements zu nutzen. Zum anderen könnten so sinnstiftende Aufgabengebiete für die wachsende Bevölkerungsgruppe im dritten Lebensabschnitt entstehen, die zudem zu einer generationenübergreifenden Verständigung beitragen würden

Bürgergesellschaft – was ist das?

Unter Bürgergesellschaft, auch Zivilgesellschaft, wird eine demokratische Gesellschaftsform verstanden, die durch die aktive Teilnahme ihrer Mitglieder am öffentlichen Leben gestaltet und weiterentwickelt wird. Getragen wird die Bürgergesellschaft durch das freiwillige Engagement ihrer Akteure, der Bürger.

Nahezu synonym wird werden die Bezeichnungen partizipatorische oder partizipative Demokratie verwendet. Sie bezeichnet eine demokratietheoretische Strömung, die politische Mitwirkung möglichst vieler in möglichst vielen Bereichen fordert, sowie deren praktische Umsetzung.

Alle partizipatorischen Demokratietheorien enthalten also eine starke Betonung des politischen Inputs durch die Bürger. Eine aktive partizipative Bürgergesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass Menschen mitgestalten und mitentscheiden wollen und können – ob in einer Partei, einer Bürgerinitiative oder einem Verein.

Die großen gesellschaftlichen und demografischen Herausforderungen können nur in einem Staat zufriedenstellend gemeistert werden, in dem die Bürger stärker als heute zivilgesellschaftliche Aufgaben und Verantwortung übernehmen.

Wie kann Bürgerbeteiligung aussehen?

Bürgerbeteiligung meint die Partizipation der Bürger/innen an politischen Entscheidungs- und Planungsprozessen. Sie hilft, die Legitimation politischer Entscheidungen auf eine möglichst breite Basis zu stellen.

Bürgerbeteiligung beginnt quasi mit einer Ausweitung des Ehrenamts. Dabei müssen Aufgaben und Tätigkeitsfelder geschaffen, mit denen die Bürger zunehmend in Entscheidungsprozesse eingebunden und als Akteure auf Augenhöhe akzeptiert werden.

Bei dem Aufbau einer zivilgesellschaftlichen Organisation des Staates hat Deutschland allerdings Nachholbedarf: Nicht die Initiativen der Bürger gelten hierzulande als Garanten für Demokratie und Wohlfahrt, sondern die Vorgaben des politisch-administrativen Systems. Bürgerinitiativen werden dabei eher als hinderlich denn als förderlich eingeschätzt.

Gerade der demografische Wandel wäre eine Chance, einen weiteren Vorstoß in Richtung eines partizipativen Bürgerschaftsmodells zu wagen. Dies allerdings unter der Bedingung der absoluten Freiwilligkeit auf Seiten der Bürger. Eine staatliche Verordnung solchen Engagements würde jedes Konzept ad absurdum führen.

Über diese Gedanken – einschließlich der damit verbundenen Renaissance des Genossenschaftswesens – und die damit einhergehenden Chancen für Menschen jenseits des Erwerbslebens diskutieren wir in einer geschlossenen Diskussionsgruppe. Bitte melden Sie sich unter redaktion@aha-live.de, wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben oder gern weitere Informationen hätten.

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