Wohnkonzepte und -projekte

Immer mehr Menschen wollen ihren Lebensabend nicht so verbringen, wie es unsere Eltern getan haben.

Die Ansprüche an ein würdevolles Altern und die Teilnahme am öffentlichen Leben sind gestiegen. Die Unterbringung in herkömmlichen Alten- und Pflegeheimen verliert in unserer Generation an Akzeptanz, da sie als Ausgrenzung empfunden wird.

Wir fragen nach Alternativen und wollen ausprobieren, ob es nicht auch anders gehen kann. Wohl die wenigsten Menschen wollen fremdbestimmt in Heimeinrichtungen leben, sondern auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit möglichst ein selbstbestimmtes Leben führen. Das Heim als institutionalisierte Wohnform, die primär auf eine funktionelle Pflege ausgerichtet ist, stößt heute auf eine erheblich geringere Akzeptanz, als noch vor einigen Jahrzehnten. 80% der Pflegebedürftigen können sich heute ein Leben im Heim nicht mehr vorstellen und die meisten Heimbewohner sind nach Ansicht von Experten faktisch unfreiwillig im Pflegeheim.

Aber ein Zurück in die frühere Großfamilie, in der man bis zum letzten Atemzug lebte, ist so nicht möglich. Unsere Familien sind heute deutlich kleiner als noch vor drei Generationen, unsere Kinder und Kindeskinder leben allein oder in Kleinfamlien und sind arbeitsbedingt oft in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Auch wenn es manchmal grundsätzlich möglich wäre, im Alter zur Tochter oder auch zum Sohn zu ziehen, so ist dies meist nur eine Notlösung, insbesondere, wenn man beachtet, dass die Pflegeleistung dann in der Regel bei nur einer Person hängen bleibt. Früher teilte sich die gesamte Familie die Aufgabe, und schon da war es sicher schwer genug, einen Pflegefall bis in den Tod optimal zu betreuen. Es gibt wohl nur wenige Konstellationen, wo eine solche Lösung nicht einen erheblichen Einschnitt in das Leben der Angehörigen darstellt und mit anderen Worten ein oft großes Opfer darstellt. Es ist zu wünschen, dass die alten Menschen das noch erkennen können und es im Idealfall durch Vorsorge vermeiden.

Was also tun? Es haben sich in den letzten Jahrzehnten einige Wohn- und Alterskonzepte gebildet und mittlerweile gibt es zahlreiche abgeschlossene und laufende Projekte zu den jeweiligen Wohnformen, wie betreutes Wohnen, Pflegewohngruppen, integriertes Wohnen, Hausgemeinschaften und anderes mehr. Und es gibt eine Reihe von Ansätzen, das Verbleiben in der eigenen Wohnung möglichst lange zu ermöglichen. Dabei helfen z.B. staatliche geförderte Wohnberatungen, aber auch so innovative Ideen wie „Wohnen für Hilfe“.

Ob die einzelnen Konzepte für einen selbst realistisch sind, bleibt zu überdenken und hängt vom Einzelfall ab, aber wichtig ist zunächst, all diese Alternativen überhaupt grundsätzlich zu kennen. Zumindest zum „Abgucken“ gibt es zahlreiche Beispiele. Daher stellen wir hier einerseits die grundsätzliche Möglichkeiten zur Information und Inspiration vor – und wenn es nur für die Erkenntnis ist : „Nein, das wäre nichts für mich!“

Im Bereich „Projekte“ porträtieren wir wiederum konkrete Projekte, solche, die bereits abgeschlossen sind und bei denen man sich nicht immer noch um Aufnahme bemühen kann, aber auch noch in der Planung oder gerade angefangene Vorhaben, die teilweise noch Mitstreiter suchen.

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