Wussten Sie eigentlich/1 …

… dass Ruhestand und Rente lange Zeit gar nicht erstrebenswert, sondern geradezu gefürchtet waren?

Erst im fortgeschrittenen Industriezeitalter verknüpfte sich der Begriff des Alters mit dem Übergang in den Ruhestand und somit dem Austritt aus dem Erwerbsleben. Voraussetzung war die Schaffung staatlicher Alterssicherungssysteme, die die traditionellen privaten Sicherungssysteme ganz oder teilweise ersetzen und insbesondere die Familien weitgehend finanziell entpflichten konnten.

Erst mit der Bildung dieser Solidarleistungssysteme hat sich die Sozialform des Rentners beziehungsweise Pensionärs herausgebildet.

Da damit ein erzwungener Verzicht – zumindest die »automatische« Aufgabe der Arbeitstätigkeit nach Erreichen einer festgelegten Altersgrenze – verbunden war, die in Aussicht gestellten Zahlungen bloß einen mehr oder minder großen Zuschuss zum Lebensunterhalt darstellten, stieß die Verrentung bei den Betroffenen zunächst auf wenig Zustimmung, mussten sie doch eine Altersverarmung fürchten.

Erst ab der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Rentenzahlungen zunehmend eine Höhe erreichten, die als Existenzgrundlage dienen konnte, wurde die Pensionierung nicht mehr als Bestrafung oder notwendiges Übel angesehen, sondern wandelte sich mehr und mehr zu einem erstrebenswerten Ziel.

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